Fortschritt trifft Erfahrung

Der neue Topturn X 55 ist fertig. Fertig? Nicht ganz.

Es fehlt noch dieser letzte Feinschliff, den eine Maschine nur im harten Testbetrieb, geführt von der kundigen Hand eines Profis, erhalten kann.

21. Mai 2014

Mit mehr als 5000 Stunden Erfahrung im Cockpit eines Topturn X53 ist Stefan Wieder der ideale Mann für diesen Job. Und er tut ihn auf einer idealen Anlage: Stefan Wieder ist zuständig für die Nachrotte der Organikfraktion aus der mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlage in Oberpullendorf (Österreich) der Umweltdienst Burgenland GmbH (UDB). Dieser Restmüllkompost ist mit einer Dichte von 900-1000 kg/m³ ein „Schwergewicht“ und wird für einen optimalen Prozessverlauf zweimal pro Woche umgesetzt – gleichzusetzen mit 5-6 Stunden Umsetzarbeit pro Tag. Für einen mehrmonatigen Testbetrieb hat Stefan Wieder das Steuer des neuen X55 übernommen, um herauszufinden, wie gut die Entwicklungsmannschaft von Komptech ihren Job erledigt hat. Aus Sicht der Maschine bedeutet das zwar täglich Schwerarbeit, aus Sicht unserer Techniker aber unschätzbar wertvolle Erfahrung in kürzester Zeit.

Bewährungstest
Wesentliche Neuerungen betreffen die Kabine des Topturn X. Hier hat sich die Technikmannschaft mächtig ins Zeug gelegt, um aus einer Arbeitskabine eine echte Komfortkabine zu machen. Passt die Rundumsicht, ist das Bedienpult richtig positioniert, bläst die Klimaanlage nicht zu stark, federt der Sitz ausreichend und und… - alles wichtige Details, die nur im echten Dauerbetrieb optimiert werden können. Der intensive Erfahrungsaustausch zwischen dem Praktiker und den Versuchstechnikern als Bindeglied zu den Konstrukteuren macht es möglich, dass potentielle Schwachstellen, wie etwa eine nur mit großem Kraftaufwand zu schließende Tür, noch weit vor Beginn der Serienproduktion ausgemerzt werden.

Topturn, öffne dich!
Da Stefan Wieder nicht nur für das Fahren, sondern auch für das leibliche Wohl seiner Maschine verantwortlich ist, hat das Thema Wartung einen besonderen Stellenwert: „Luftfilter, Ölfilter - alles ist einfach erreichbar, und ich kann bequem dabei stehen.“ Es sieht schon spektakulär aus, wenn sich der Topturn entfaltet und die Seitenabdeckungen links und rechts der Kabine zu geräumigen Arbeitsplattformen werden. Dann klappen kurze Stiegen mit Geländer aus und schon ist jeder Wartungspunkt problemlos zugänglich.
Am wichtigsten Merkmal, der Umsetzleistung, hat Stefan Wieder gar nichts auszusetzen, sondern sieht sogar Vorteile: „Antriebsleistung ist genug da. Jetzt, da die neue Maschine noch massiver und schwerer ist als der Vorgänger, ist die Traktion noch besser. Denn die Maschine hat ordentlich was zu ziehen, da wir die meiste Zeit mit angeschlossener Seitenversetzung fahren.“
Auch für Extremsituationen sieht Stefan Wieder die Maschine besser vorbereitet: „Schwerer Kompost, Umsetzen mit Seitenversetzung, Staub und hohe Temperaturen, wie es das pannonische Klima im Sommer mit sich bringt, haben den Vorgänger schon mal an seine Grenzen gebracht. Mit dem neuen Kühlersystem wird es keine Einschränkungen in der Verfügbarkeit geben“ so Stefan Wieder, der am neuen X55 bereits großen Gefallen gefunden hat.

Entscheidung für den Topturn
Es ist genau diese Verfügbarkeit, die für Rudolf Haider, Geschäftsführer des Umweltdienst Burgenland, so wichtig ist. „Ein genaues Timing aller Abläufe ist notwendig, um die Anlagenfläche optimal auszunützen und auch die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten. Eine verlässliche, von den Kosten her kalkulierbare Maschine ist darin ein bedeutender Baustein“, so Rudolf Haider, der mit seinem Geschäftsführerkollegen Helmut Löffler das Unternehmen zu einer fixen Größe unter Österreichs Abfallentsorgern gemacht hat.
„Mit dem Topturn X53 und der Betreuung durch Komptech waren wir bisher sehr zufrieden. Nun ist unser „alter Herr” in die Jahre gekommen und wir planen eine Neuanschaffung. Da höre ich natürlich genau zu, was meine Mitarbeiter berichten,“ sagt Rudolf Haider und schafft damit die Motivation, sich noch mehr anzustrengen.