Von wegen „altes Holz“: Hier steckt viel mehr drin

Gerade vor dem Hintergrund des nicht einfachen Altholzmarktes spielt die zielgerichtete und effektive Aufbereitung von Altholz eine immer größere Rolle. Komptech hat sich in den vergangenen Jahren sehr intensiv mit der Aufbereitungstechnik auseinandergesetzt und kann auf dieser Basis auch wirtschaftlich vertretbare Lösungen anbieten.

Pressemitteilung, 05. Januar 2017

Es lässt sich nicht übersehen: Der Altholzmarkt in Deutschland leidet schon seit mehr als einem Jahr an einem drastischen Überangebot an Material, das von den Verwertern nicht in vollem Umfang abgebaut werden kann. Milde Winter, längere Ausfallzeiten bei Kraftwerken oder stark zunehmende Mengen aus der Sammlung und der Bauwirtschaft sind nur einige der Gründe, die zu dieser Situation beigetragen haben.

Gerade daher wird eine effektive und zielgerichtete Aufbereitung immer wichtiger, um - unabhängig von einer stofflichen oder thermischen Verwertung -  die geforderten Produktqualitäten in einem noch vertretbaren Rahmen erreichen zu können. Auch vor diesem Hintergrund hat sich Komptech schon seit längerem intensiv mit verschiedenen Techniken der Altholzaufbereitung beschäftigt.

 

Stoffliche oder thermische Verwertung: Die Qualität steht im Vordergrund
Bei der Aufarbeitung von Altholz gilt es, Einiges zu beachten: Altholz ist nämlich nicht gleich Altholz. Dies beginnt bei der Belastung mit Schadstoffen, was die Einstufung in die unterschiedlichen Altholzkategorien AI bis AIV und die Sonderkategorie PCB-Altholz zum Ausdruck bringt. Mindestens genauso wichtig – auch für die verschiedenen Verarbeitungsschritte –  ist die Herkunft des Holzes: Ob aus der Sperrmüllsammlung, als Verpackungsmaterial oder als Abrissmaterial – stets wird das Holz kaum sortenrein angeliefert, sondern ist mehr oder weniger stark mit Fremd- und Störstoffen belastet. Dazu zählen insbesondere metallische Störstoffe, aber auch Plastik und viele andere Materialien.

In der Verwertungsschiene hat die stoffliche Verwertung zweifellos Vorrang vor der thermischen Verwertung. Die Spanplattenherstellung kann bei der stofflichen Schiene als typischer Einsatzbereich genannt werden, wo Frischholz zunehmend durch aufbereitetes Recyclingholz ersetzt wird. Doch unabhängig von der Art der Verwertung steht die Qualität der Endprodukte immer an erster Stelle: Möglichst ohne Fremdstoffe, ohne oder nur mit geringstem Feinanteil und ein möglichst homogenes, definiertes Endprodukt, so lauten die generellen Anforderungen an die Aufbereitungstechnik.

 

Langsamläufer mit Vorteilen
Komptech hat sehr gründlich unterschiedliche Aufbereitungsverfahren mit Blick auf die Produktausbeute und die Betriebskosten untersucht. In Versuchen mit schnell und langsam laufenden Zerkleinerern wurden der Durchsatz, der Energieverbrauch der Maschinen und die Korngrößenverteilung durch eine nachfolgende Siebung ermittelt. Zur Abschätzung der Betriebskosten wurde eine einstufige Aufbereitung mit Schnell- und Langsamläufer einer zweistufigen Variante mit Langsamläufer und Siebanlage zur Überkornrückführung gegenübergestellt.

Betrachtet wurden drei verschiedene Anlagengrößen: Bei Anlagen mit 15.000 Tonnen pro Jahr Durchsatzleistung zeigen die ein- oder zweistufige Verfahren die gleichen Betriebskosten, während bei einer Durchsatzleistung von 30.000 und 50.000 Tonnen pro Jahr die zweistufige Variante mit einem Sieb zur Rückführung der Überlängen in die Zerkleinerung die wirtschaftlichere Lösung darstellt. Ganz wichtig in diesen Zusammenhang ist natürlich auch eine gewisse „Unempfindlichkeit“ der Langsamläufer wie Crambo und Terminator gerade gegenüber den metallischen Störstoffen, die je nach Größe und Mengenanteil bei Schnellläufern wie dem Axtor trotz der freischwingenden Werkzeuge auf Dauer zu erhöhtem Verschleiß bzw. auch zu Beschädigungen führen können.

 

Wirtschaftlichste Variante: Crambo und Multistar One
Mit dem neuen Sternsieb Multistar One lässt sich die Altholzaufbereitung wohl am effektivsten lösen. Die Zerkleinerungsarbeit erledigt ein der Multistar One vorgeschalteter Crambo oder ein Terminator. Das Abtrennen einer definierten Nutzfraktion bei gleichzeitiger Rückführung der Überlängen in den Zerkleinerer ist dann die Aufgabe der neuen One: Ausgerüstet mit einem Aufgabebunker zur exakten Materialübergabe auf das großdimensionierte Siebdeck, einem Abwurfband mit vier Metern Abgabehöhe und einem Rückführband mit 220 Grad Schwenkradius, meistert die neue One eine Durchsatzleistung von bis zu 200 Kubikmetern pro Stunde.

Der Strom für die elektrischen Antriebe kommt entweder direkt vom Netz oder über die Kombination aus einer zusätzlichen Hydraulikpumpe am Zerkleinerer und einem Hydraulikgenerator an der Multistar One. Mit dem sehr kompakten Hakenliftrahmen und der flexiblen Aufstellung dank der variablen Förderbänder garantiert das neue Komptech-Sternsieb in Kombination mit dem elektrischen Antrieb zudem höchste Wirtschaftlichkeit.