Vorbereitung ist die halbe Miete

Gut vorbereiten und dann gute Entscheidungen treffen. Das sind die beiden wichtigsten Elemente für das Management einer Abfallbehandlungsanlage. Ewa Kesek weiß, wovon sie spricht.

09. Juni 2013

Ewa Kesek wurde 2007 die Abfallwirtschaft der Stadt Myslenice anvertraut. Damals bedeutete das, die Deponie zu befüllen. Aber Ewa Kesek hatte einen Plan. Sie wusste um die abfallwirtschaftlichen Verpflichtungen, die Polen mit dem Beitritt zur EU eingegangen war. Zur Erreichung dieser Ziele fiel die Entscheidung für eine mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA). Dank gut gewählter Berater konnte die Planung durch die Stadt selbst gemacht werden. Die Anlage wurde ausgeschrieben, errichtet und in Betrieb genommen. Seit 1. April 2012 laufen die Maschinen von Komptech im Verbund mit drei Sortierstrecken und einer Boxenkompostierung des österreichischen Unternehmens MUT.

Kompakte Anlage für große Herausforderungen
Auffällig ist die Kompaktheit der Anlage. Gerade einmal zwei Hallen wurden neben dem neuen Deponieabschnitt errichtet. Darin werden pro Jahr 30.000 Tonnen häusliche Abfälle aus Myslenice und seiner Umgebung behandelt. Komptech lieferte mit Terminator, Ballistor, Multistar und Mashmaster die Kerntechnologie der mechanischen Aufbereitung und einen Topturn für die Nachrotte.

Neue Geschäftsbereiche entstanden
Die starke Vision dieser neuen Ära der Abfallbehandlung in Polen hat sich durchgesetzt“, sagt Ewa Kesek und der Erfolg lässt sich sehen. Es werden sortenreine Recyclingmaterialien produziert, ein Ersatzbrennstoff für die Zementindustrie und ein Deponieabdeckmaterial. Für diese Stoffströme entfallen die Deponiesteuern und für die Recyclingmaterialien wird ein Erlös erwirtschaftet. Der Verkauf unserer Recyclingmaterialien ist ein eigener Geschäftsbereich. „Derzeit arbeiten wir zu tagesaktuellen Preisen. Wir suchen langfristige Vereinbarungen“, verrät Jerzy Podmokly, Betriebsleiter der MBA Myslenice. Aber auch die Umwelt profitiert davon: Schließlich wird auf der neuen Deponie nicht halb so viel Material wie zuvor abgelagert.