Inselparadies im Kampf gegen die Müllflut
Die Philippinen im Pazifischen Ozean gelten als Urlaubsparadies. Doch der aufstrebende Inselstaat steht zugleich vor einem massiven Müllproblem. FDR-IRRMI zählt zu den Hoffnungsträgern, die sich dieser Herausforderung stellen – mit Unterstützung von Komptech.
Tropische Strände und futuristische Wolkenkratzer: Die Philippinen zählen sowohl wirtschaftlich als auch touristisch zu den aufstrebenden Nationen. Das südostasiatische Schwellenland etabliert sich im Dienstleistungssektor, vor allem im Hinblick auf Finanzdienstleistungen, und verzeichnet auch im Tourismusbereich ein großes Plus. Auf den ersten Blick ist kaum zu sehen, dass der rund 112 Millionen Einwohner:innen umfassende Inselstaat vor großen Problemen steht: Die Abfallentsorgung ist kaum noch bewältigbar. Aufgrund der begrenzten Fläche sind viele Mülldeponien überlastet. Rund 40.000 Tonnen Abfall müssen täglich (!) auf den Philippinen entsorgt werden. Der Großteil des Mülls fällt in städtischen Zentren rund um die Hauptstadt Manila, in der Großstadt Cebu City und anderen Großstädten an. Ein Gesetz zur ökologischen Abfallwirtschaft ist zwar vorhanden, wird jedoch kaum umgesetzt. Umso dringlicher ist es, dass sich der über 7.600 Inseln umfassende Staat nach neuen, nachhaltigen Lösungen umsieht. Das FDR Integrated Resource Recovery Management (FDR-IRRMI) in Naga City auf der Insel Cebu ist Vorreiter in der Abfallaufbereitung.
„Wir freuen uns, mit FDR-IRRMI einen visionären Akteur der philippinischen Abfallwirtschaft an unserer Seite zu haben.“
– Stefan Windisch –
Area Sales Manager für
den philippinischen Markt
Das 2010 gegründete Unternehmen FDR-IRRMI gehört zur FDR-Unternehmensgruppe und verwertet derzeit täglich rund 250 Tonnen Siedlungsabfälle aus drei Kommunen: Naga City, Minglanilla und Carcar. Auf dem rund sieben Hektar großen Areal werden die Abfälle in ihre verschiedenen Komponenten getrennt: Wertstoffe werden recycelt, Bioabfälle zu hochwertigem Kompost verarbeitet und Restabfälle zu Ersatzbrennstoffen (EBS) umgewandelt. Zudem wird Strom aus biologischen Abfällen erzeugt. Das erklärte Ziel von FDR-IRRMI ist eine vollständige Verwertung aller Abfälle, um Deponien gänzlich zu vermeiden. Und das Unternehmen beweist, dass es auf einem guten Weg ist: Seit seiner Gründung wurden bereits über 400.000 Tonnen Abfall verarbeitet – mit einer Abfallverwertungsquote von über 90 Prozent.
Eine vision, ein Ziel
Vor allem bei Ersatzbrennstoffen (EBS) nimmt FDR-IRRMI eine Vorreiterrolle ein, die bislang im gesamten Inselstaat einzigartig ist. Seit dem Start des Projekts konnten mittlerweile über 150.000 Tonnen alternative Brennstoffe aus Kunststoff und anderen brennbaren Abfällen gewonnen und als Ersatz für fossile Brennstoffe verwendet werden. Das Unternehmen ist auch landesweit das erste, das Biogastechnologie zur Nutzung von Bioabfällen aus Siedlungsabfällen einsetzt. „Eine intakte Kreislaufwirtschaft durch die Rückgewinnung verschiedener Materialien und Wertstoffe hat für uns höchste Priorität“, betont Fulgencio D. Revalde, CEO und Präsident von FDR-IRRMI. Er verfolgt seit der Gründung des Unternehmens die Vision, nachhaltige Lösungen für das Abfallmanagementproblem der Philippinen zu entwickeln. Zur Inspiration und Weiterbildung standen zahlreiche Besuche verschiedenster Abfallentsorgungsanlagen weltweit am Programm – darunter auch die Reise nach Österreich zu Komptech. Die Technologie des steirischen Unternehmens überzeugte: Heute unterstützen verschiedene Trommelsiebe als auch der Terminator von Komptech das
auf den Philippinen branchenführende Unternehmen bei seiner Vision der ökologischen Nachhaltigkeit.
Für FDR-IRRMI hat die Rückgewinnung und Weiterverwertung von Materialien höchste Priorität. So werden Wertstoffe erneut nutzbar gemacht und der Bedarf an Primärrohstoffen reduziert. Auf dieser Basis schafft FDR-IRRMI nachhaltige Verbindungen zur Industrie durch Wertstoffrückgewinnung, zum Energiesektor durch Biogas und Ersatzbrennstoffe sowie zur Landwirtschaft durch Kompostproduktion.
„Die Philippinen haben ein enormes Potenzial. Je erfolgreicher wir das Müllproblem lösen, desto stärker können sich die Schönheit des Landes und seine wirtschaftliche Entwicklung entfalten.“
– Fulgencio D. Revalde –
CEO von FDR-IRRMI

Cebu City: ein kontrastreiches Nebeneinander von Armut und Reichtum.
(Bild: Mdv Edwards – stock.adobe.com)

Müllproblem: Durch die überlasteten Mülldeponien sind auch Meer und Strände verschmutzt.
(Bild: Mdv Edwards – stock.adobe.com)

Die Müllbeseitigung ist in den Kommunen aufgrund schlechter Infrastruktur nicht so einfach.

In Cebu wurde ein Pionierprojekt erschaffen.

Unterstützung von Komptech: das österreichische Unternehmen zu Gast bei FDR-IRRMI.

Verwertung: Bis zu 100 Prozent des Abfalls sollen hier verwertet werden.
Komptech-Maschinen im Einsatz
Im Frühling 2025 war es soweit: Die ersten Komptech-Maschinen wurden auf der Anlage in Betrieb genommen. „Wir sind stolz, Teil der ersten voll funktionsfähigen Anlage zur Aufbereitung von gemischten Siedlungsabfällen zu Ersatzbrennstoff in Cebu zu sein – ein wegweisendes Projekt, das nicht nur zur Lösung der lokalen Abfallproblematik beiträgt, sondern auch den Einsatz von fossilen Brennstoffen reduziert“, so Andreas Pichler von Komptech.

Licht am Ende des Tunnels: Rund 400.000 Tonnen Abfälle konnten von FDR-IRRMI bereits verwertet werden – mit Unterstützung der Trommelsiebe
von Komptech.
„Mit der Komptech-Anlage wird Müll zur Ressource – ein bedeutender Schritt zu einer effektiveren Energiegewinnung sowie einer nachhaltigeren Land- und Abfallwirtschaft.“
– Andreas Pichler –
Produktmanager bei Komptech
Die Vorsortierung übernimmt das Trommelsieb Maxx, danach shreddert der 1-Wellen-Zerkleinerer Terminator verlässlich und unbeeindruckt gemischte Haushalts- und Gewerbeabfälle. Die daraus entstandene homogene Masse lässt sich ideal weiterverwenden. Der innovative Ansatz von FDR-IRRMI im Abfallmanagement ist nicht nur ein Schritt auf den Philippinen hin zum tropischen Paradies – er ist ein weltweites Zeichen für nachhaltige und zukunftsfähige Lösungen.
Vom Abfall zum hochwertigen Ersatzbrennstoff



